|
Oberdischingen im Alb-Donau-Kreis, an der Oberschwäbischen
Barockstraße gelegen, 1148 erstmals in einer Urkunde des
Klosters Wiblingen erwähnt, bietet heute die Heimat für
fast 1900 Einwohner.
In der Oberamtsbeschreibung von Ehingen aus dem Jahre 1893
wird der Ort wie folgt beschrieben - was übrigens für
das Charakteristische von Oberdischingen immer noch seine Gültigkeit
hat:
"Durchflossen von einem Bach, liegt an der Hauptstraße
Ehingen-Ulm (B 311), 8,7 km nordöstlich von Ehingen, ziemlich
uneben der nicht große, aber eigenartige stattliche Marktflecken.
Der Besucher sieht alsbald, daß derselbe in zwei ganz ungleiche
Teile zerfällt: das alte Bauerndorf und einen neueren städtischen
Ort, der an die kleinen Residenzen des vorigen Jahrhunderts erinnert.
Durch eine absonderliche Kirche und vereinzelte Reste von Kunstdenkmälern
vollends neugierig macht, wer hier im Zeitalter der Aufklärung
gewaltet habe.
Graf Franz Ludwig Schenk von Castell l1736-1821), mit dem Beinamen
Malefizschenken, übernahm 1764 die Herrschaft und baute
im Laufe der Jahre sich eine aus zahlreichen großen und
kleinen Gebäuden bestehende Residenz, nämlich: ein
Schloß mit Park (1807 abgebrannt), Kavalierbau und 'neues
Haus', eine Kirche, ein großes Kanzleigebäude, dabinter
eine Fronfeste (abgebrochen), legte einen spitz zulaufenden Marktplatz
(Herrengasse) an, zu beiden Seiten je fünf größere
Wohngebäude, eine Anzahl kleinerer Wohnhäuser, große
Ökonomiegebäude - alles im Osten des Dorfs. Südlich
über demselben hatte schon Graf Ludwigs Vater Marquard Willibald
1712 eine Gruftkirche gebaut."
|